Bericht einer Erasmus-Studentin aus der Stadtbibliothek Malmedy


Ich möchte mich gerne für diejenigen vorstellen, die mir noch nicht in der Städtischen Bibliothek Malmedy (Wamabi) begegnet sind: ich heiße Katharina, bin 34 Jahre alt, angehende Romanistin mit der Fächerkombination Spanisch und Französisch und dem Schwerpunkt Literaturwissenschaften in beiden Fächern. Derzeit absolviere ich ein dreimonatiges Praktikum in der Stadtbibliothek, welches mir das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union ʺErasmus +ʺ im Rahmen meines Studiums an der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) ermöglicht.

An der BUW ist ein Auslandsaufenthalt von mindestens 12 Wochen Pflicht, wenn man sich für den Master of Education (Lehramt) einschreiben möchte. Es geht hierbei darum, ein Zielland der jeweiligen Sprache besser kennenzulernen und im selben Zuge die Sprachkenntnisse zu verbessern. Zudem waren meine Motivationen für das Praktikum im belgisch-deutschen Grenzgebiet, dass wir zwar viel über Frankreich in unserem Studiengang lernen, im Gegenzug dafür wenig über andere frankophone Länder, die näher an Nordrhein-Westfalen liegen. Ein weiterer Punkt der dafür sprach, ein Praktikum in der Stadtbibliothek zu machen, liegt darin, dass ich mir ebenfalls ein Studium der Komparatistik (Allgemeine Vergleichende Literaturwissenschaften) vorstellen könnte und daher gerne herausfinden möchte, ob außer Lehramt noch ein anderen Berufsbild, welches Literaturwissenschaften involviert, für mich in Frage kommt. Daher war es mein (etwas diffus formuliertes) Ziel zu erfahren, was sich hinter der Kulissen einer städtischen Bibliothek abspielt.

Nach dem ersten Monat kann ich bereits sagen, dass sich mir hierzu reichlich Gelegenheiten geboten haben: eine erste Aufgabe war es, den Zeitschriftenbestand der Bibliothek auf den neuesten Stand zu bringen. Inzwischen kann ich aber, auch dank dem Engagement der Bibliotheksleitung Roseline Lemaire (, die ich hier lobend hervorheben möchte,) und des überraschend jungen Kollegiums sagen, dass ich mittendrin statt nur dabei bin.

Andere Aufgabenfelder sind die Fusion des Wamabi-Katalogs mit einem deutschen Bibliothekskatalog. Hierfür habe ich u.a. die Deutsche Nationalbibliothek und den Bayrischen Bibliotheksverbund gewinnen können: so könnte die deutschsprachige Gemeinschaft Malmedys und Weismes auch endlich unseren (Online-)Bibliothekskatalog zur Recherche von Büchern nutzen.

Zudem kümmere ich mich um die Erweiterung der deutschen Sektion der Bibliothek: so habe ich ein Budget für Neuanschaffungen von Literatur erhalten und bereits eine Liste mit Vorschlägen eingereicht, welche sowohl Bestseller, Klassiker als auch zeitgenössische, viel diskutierte Literatur enthält.

Ansonsten übernehme ich ebenfalls alltägliche Aufgaben, wie Bücher zu laminieren, thematische Rucksäcke für unsere jüngsten Leser zusammenzustellen oder Buchempfehlungen, welche die Bibliothek online erreichen, zu geben.

Als Highlight, möchte ich noch die Kooperation mit dem Malmundarium (Museum der Stadt Malmedy) erwähnen, in Zuge derer eine Führung für Kinder mit dem Thema ʺSurrealismusʺ stattfand, die ich mitorganisieren und durchführen konnte. Die Bibliothek war mit der Planung und Durchführung dieser beauftragt und hat zudem jeweils ein Dossier als Andenken für die teilnehmenden Kinder erstellt. Eigentlich nichts Aufregendes, war diese Führung doch ganz anders, da, zur Überraschung aller, die Reisegruppe aus Luxemburg kam und besser Deutsch als Französisch verstand. Ein typischer Fall von zur rechten Zeit am rechten Ort.

Für heute möchte ich mich verabschieden und werde mich sicherlich noch einmal melden, da mir noch viele interessante Wochen in Malmedy bevorstehen.

Tschüß und bis bald !

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